Rosmarie Lukasser

„Der Katz hab ich die Stiefel geliehen, die zog sie an und weg waren sie.“

Die Künstlerin Rosmarie Lukasser präsentiert neue Arbeiten, singt und spielt auf der Zither.

Rosmarie Lukasser im Gespräch mit Matthias Bechtle.

Am 04. Mai 2019 ist die Künstlerin Rosmarie Lukasser zu Gast im Krinzinger Lesehaus.  Im Rahmen ihrer Performance trägt sie Volkslieder vor und begleitet diese eigenhändig mit einer Zither.

Rosmarie Lukasser wuchs als jüngstes Kind einer Großfamilie in Südtirol auf. Musik war, solange sie sich erinnert, ein wichtiger Teil des Zusammenlebens. Sie sang häufig mit ihrer Mutter, zum Beispiel während gemeinsamer Arbeiten im Stall.

Im Sommer 2018 war Rosmarie Lukasser Artist in Residency der Krinzinger Projekte in Kuberton. Fritz Krinzinger zufolge besiedelten Italiener ursprünglich die heute zu Tschechien gehörige Stadt. Um 1943 wurde die Region vor Partisanen eingenommen. Ab 1945 gehörte sie zu Jugoslawien. Unter Tito flüchteten die meisten Bewohner aus dem Gebiet. Sie ließen alles hinter sich und Kuberton ist seither dem Verfall ausgesetzt.
Über die Krinzinger Projekte werden von Mai bis Juni jedes Jahr KünstlerInnen eingeladen, um vor Ort zu arbeiten. Auch ein Austausch zwischen der österreichischen und der kroatischen Kulturszene findet statt.

Während der Performance trägt die Künstlerin ein „bairisches Gewand“. Es ist das Hochzeitskleid ihrer Mutter. Auch Hut, Gürtel und Rock sind Familienerbstücke.

In Lukassers Gedankenskizze verbinden sich Zeichnung und Text im Entwurf einer Aktion. Auf der Darstellung sieht man zum Beispiel die Strophen eines Salzburger Volksliedes, auf einer anderen die Verse eines Gedichts. Es ist „Des Fremdlings Abendlied“, welches Schubert im Lied „Der Wanderer“ vertont hat.

Während ihrer Zeit in Kuberton kam Lukasser das Lied immer wieder in den Sinn. Sie besuchte eine alte Kirche und stieß dort auf das Motiv des Totentanzes. Hieraus entstand die Idee zu der Performance „Sonnenuhr“.

Auch die Arbeit „Wegwarte“ ist in Istrien entstanden. In einem der Räume stand ein runder Tisch mit Bank. Das Setting inspirierte die Künstlerin zu einer Video Performance. Der Film wurde in den Krinzinger Projekten gezeigt. Vor Ort beobachtete sie nur Katze eine.

Im Juli 2019 wird Lukasser in Serbien arbeiten. Dort gibt es Brennöfen, die Weltweit zu den größten ihrer Art zählen. Der Künstlerin wird es so möglich sein, lebensgroße Terracotta Skulpturen (bzw. Plastiken) herzustellen. Diese Arbeitsweise ist für sie neu. In bisherigen Werkserien fertigte Lukasser vor allem Figuren aus Gips und Draht, an denen häufig ihre Gemachtheit sichtbar wird. Für die Künstlerin gibt es in diesem Verfahren auch Parallelen zum menschlichen Körper. Sie beschäftigt sich mit dem Konstruktionscharakter von Haltung und damit, wie diese sich äußert.

Ein weiterer Schwerpunkt Lukassers Arbeiten ist das Thema der Vernetzung. Die Arbeit mit Licht und der Übertragung von Informationen ist in Auseinandersetzung mit der Gegenwart entstanden. Das Verstehen-Wollen unserer heutigen Welt. Die Arbeiten sind in diesem Zusammenhang Teile von größeren Fragenkomplexen, in denen es zum Beispiel darum geht, wie das Internet funktioniert. So zeigt sich in Lukassers Modellkästen unter anderem der globale Verlauf von Unterseekabeln, die weltweite Datenübertragung ermöglichen. Auch Mobiltelefone sind häufig Teil von Plastiken und Skulpturen der Künstlerin.

Rosmarie Lukasser geboren 1981 in Lienz, Österreich, lebt und arbeitet in Wien // born 1981 in Lienz, Austria, lives and works in Vienna.

2004-2010 Akademie der Bildenden Künste Wien bei Heimo Zobernig //  2004-2010 Academy of Fine Arts, with Heimo Zobernig.

 

AUSSTELLUNGEN / EXHIBITIONS (Auswahl). 2018 Rosmarie Lukasser, Galarie Lindenhof, Raabs an der Thaya (EA). Annäherungen an „… bin im Netz i2.1“, MQ ART MOX, Museumsquartier, Vienna (EA). 2017 Rosmarie Lukasser - Annäherungen an „...bin im Netz i2.0“, Klocker Stiftung, Innsbruck, Austria (EA). Rosmarie Lukasser: Annäherungen an „...bin im Netz i 1.3“, Galerie Eboran, Salzburg, Austria. Hin und Retour, Club Osttirol, Lienz, Austria (GA). 2016 Frauengeschichten, Krinzinger Projekte, Vienna, Austria (GA). 2015 Internationale Themenausstellung „Welten im Widerspruch- Zonen der Globalisierung“, Galerie im Taxispalais, Innsbruck, Austria (GA). 2014 RLB Kunstbrücke Studio, Lienz, Austria (EA). Annäherungen an,,... bin im Netz. i1.1“, 2014, Kunsthaus Graz, Austria (EA). DolomitenDomino 2, Das Museum Schloss Bruck, Lienz, Austria (GA). 2013 „Öffnung“, Schauplatz Kornberg, Austria (GA). „Bank Austria Kunstpreis 2013“, Galerie3, Austria (GA). „slow down“, flat1, Wien, Austria (GA) Annäherungen an “ ...bin im Netz i1.0“, Galerie Krinzinger Parterre Galerie Wien, Austria (EA). 2012 Predicting Memories. Vienna art week 2012, Vienna, Austria (GA). Struktur & Organismus. Summer 2012 inviting Ve.Sch, Mühldorf, Austria (GA). RLB Kunstpreis 2012 Ausstellung. Kunstbrücke, Innsbruck, Austria (GA). Annäherungen an ... bin im Netz (#2-#6). Kubus EXPORT Der Transparente Raum, Vienna, Austria (EA). 2011 Studiovisit mit Severin Dünser. Vienna art week 2011, Wien, Austria (EA). Artist in Residence Hungary 2010. Krinzinger Projekte, Wien, Austria (GA). RESIDENCIES/SYMPOSIEN: 2019 Terry Sympsion, Kikinda, Serbien, 2018 AIR Galerie Krinzinger, Kuberton, Kroatien. 2012 Startstipendium des bmukk. 2010 Artist in Residency, Krinzinger Projekte, Ungarn. SAMMLUNGEN / COLLECTIONS: Klockerstiftung, Universalmuseum Johaneum Graz, Landesmuseum Ferdinandeum Tirol, RLB Kunstbrücke Inssbruck, Universitätsbibliothek Universität für Angewandte Kunst, Stadt Innsbruck, Sammlung der VIF – Vienna Insurance Group, Nationale und Internationale Privatsammlungen. PREISE / PRIZES: 2017 Klocker Förderpreis 2017. 2013 Förderpreis für bildende Kunst des Landes Tirol.

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