Samstag, 08. Oktober 2022, 16 Uhr

HANNO MILLESI
liest aus
DER CHARME DER LANGEN WEGE

Hanno Millesi, © Selma Doborac.        

Hanno Millesis Beziehung zur Galerie Krinzinger reicht lange zurück. Während seines Studiums in Wien war der Autor mehrere Jahre für die Galerie tätig. Seit damals ist ein umfangreiches literarisches Werk entstanden, in dem Millesis Nahverhältnis zur bildenden Kunst immer wieder zur Geltung kommt (zuletzt etwa in: Die vier Weltteile, Roman, 2018). 

Hanno Millesi hat mehrere Romane und Kurzgeschichtenbände vorgelegt, er hat Hörspiele verfasst und ist als Herausgeber hervorgetreten. In Untermarkersdorf liest er aus seinem, letztes Jahr erschienenen Roman Der Charme der langen Wege:

Was wie die Laserkanone am Raumschiff Außerirdischer klingt, ist in Wirklichkeit Glasreiniger, der auf eine erhitzte Herdplatte gesprüht wird. Wenn sie das Hauptsegel setzen, damit es sich prall im Wind bläht, hört man einen Regenschirm, der auf Knopfdruck von alleine aufgeht. 

 

Hanno Millesi erzählt die tragikomische Geschichte eines Geräuschemachers alter Schule und von einer Welt, in der kaum etwas so ist, wie es scheint. Wo es um die Glaubwürdigkeit der Bilder geht, die dem Publikum vorgesetzt werden. Wo die Wege mitunter lang sein können, jedoch im Studio zurückgelegt werden, hinter den Kulissen verlaufen, bis sie eines Tages in die Flucht vor einer voranschreitenden Schwerhörigkeit münden. 

Für Der Charme der langen Wege ist auch eine Folge von Illustrationen entstanden, die begleitend zur Lesung in Untermarkersdorf präsentiert wurden.

HANNO MILLESI

geboren in Wien, lebt und arbeitet in Wien. Studium der Kunstgeschichte an den Universitäten Wien, Graz und der Hochschule für angewandte Kunst Wien, in diesen Jahren u. a. Tätigkeiten für die Galerie Krinzinger Wien und als Assistent von Hermann Nitsch; danach wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums moderner Kunst, Wien. Seit 2000 freier Schriftsteller. Er erhielt verschiedene Preise, zum Beispiel das Elias-Canetti-Stipendium der Stadt Wien 2014/15 sowie 2017 den Reinhard-Priessnitz-Preis. Lehrtätigkeiten u. a. an der Schule für Dichtung in Wien und am Institut für Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst. 

Zuletzt erschienen: Der Schmetterlingstrieb (2016), Die vier Weltteile (2018), Der Charme der langen Wege (2021) sowie als Herausgeber (gemeinsam mit Xaver Bayer) Austropilot – Prosa und Lyrik aus österreichischen Literaturzeitschriften der 1970er Jahre (Anthologie, 2016)

demnächst: Der junge Mann und das Meer (2023)