7. November 2021 um 15 Uhr

LESUNGEN UND DISKUSSIONEN

 
 

JULIANE WERNER
Existentialismus in Österreich
Kultureller Transfer und literarische Resonanz

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Die Studie Existentialismus in Österreich. Kultureller Transfer und literarische Resonanz porträtiert, wie das Denken, Schreiben und Leben des Pariser Kreises um Jean-Paul Sartre nach dem Zweiten Weltkrieg in Österreich aufgenommen wurde. Unter Berücksichtigung der verschiedenen Maßnahmen alliierter Kulturpolitik wird die Berichterstattung zum Existentialismus in Zeitungen und Zeitschriften beleuchtet, die Präsenz existentialistischer Bühnenwerke an österreichischen Theatern und der Umgang mit der Sartreschen Freiheitsphilosophie an den Universitäten. Den Menschen in die volle Verantwortung für seine eigene Existenz setzend und ihn zum steten Neuentwurf seiner selbst aufrufend, findet der Existentialismus großen Anklang als Lebensstil unter Jugendlichen und in Künstlerkreisen, stößt jedoch auf starke Ablehnung von kommunistischer Seite, die die existentialistische Lehre als zu abstrakt und idealistisch empfindet, ebenso von katholischer Seite, die dem jede festgelegte Essenz negierenden Menschenbild Nihilismus vorwirft. Vor dem Hintergrund dieser komplexen Aufnahmesituation überblickt die Studie schließlich, wie existentialistische Themen, Motive und Theoreme in Werke mehrerer Schriftstellergenerationen einfließen und den Existentialismus auf diese Weise zu einem bis in die Gegenwart reichenden Impuls für das literarische und philosophische Leben Österreichs werden lassen.

(Juliane Werner, 2021)

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Juliane Werner  ©. Juliane Werner

Juliane Werner studierte Kulturwissenschaften und Vergleichende Literaturwissenschaft in Paderborn, Le Mans und Wien, wo sie seit 2015 am Institut für Europäische und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft der Universität Wien forscht und lehrt. 2021 wurde ihre Lehre mit dem UNIVIE Teaching Award ausgezeichnet.

Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen österreichisch-französische Kulturtransfers, Wechselbeziehungen zwischen Literatur und Philosophie, psychiatrische Räume in der Literatur, Literary Animal Studies sowie die internationale Ausstrahlung des Werks Thomas Bernhards, deren Untersuchung sie seit 2020 auch im Vorstand der Internationalen Thomas Bernhard Gesellschaft vertritt.

Durch ihre langjährige Tätigkeit als Musikredakteurin und Moderatorin beim Rundfunk in Luxemburg hat sich zudem ein Interesse für die Verbindung von Literatur und Popularmusik erhalten, das zuletzt in die Publikation des Bandes Popular Music and the Poetics of Self in Fiction mündete (hg. mit Norbert Bachleitner, 2022). Weitere Publikationen: Thomas Bernhard und Jean-Paul Sartre (2016), The International Impact of Sartrean Existentialism (hg. mit Alfred Betschart, 2020) und Existentialismus in Österreich. Kultureller Transfer und literarische Resonanz (2021).

Publikationen von Juliane Werner:

2021


Juliane Werner, Die Welt von Gestern und ihre Widersacher: (Dis)kontinuitäten in der österreichischen Nachkriegsliteratur. Brünner Beiträge zur Germanistik und Nordistik, 34 (2020)(2).

Juliane Werner, Existentialismus in Österreich. Kultureller Transfer und literarische Resonanz. De Gruyter. Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur Nr. 153

Juliane Werner, Fenster nach Frankreich. Existentialismus-Vermittlung in österreichischen Periodika (1945–1955). in M. P. Hehl, & H. Tommek (Hrsg.), Transnationale Akzente. Zur vermittelnden Funktion von Literatur- und Kulturzeitschriften im Europa des 20. Jahrhunderts (S. 133-146). Peter Lang.

Juliane Werner, (Angenommen/Im Druck), Fictional Transfigurations of Bob Dylan, or Writing the Unknowable. in J. Werner, & N. Bachleitner (Hrsg.), Popular Music and the Poetics of Self in Fiction Brill. Internationale Forschungen zur Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft

Juliane Werner / Norbert Bachleitner,‚La grande nation‘ als Exportgut. Das Frankreichbild in österreichischen Schulbüchern des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts“. in M. L. M. P. S. P. S. U. K. Z. (Hrsg.), Französische Österreichbilder – Österreichische Frankreichbilder (S. 55-76). Frank & Timme.

Juliane Werner (Angenommen/Im Druck), Poetiken der Verweigerung. Literarische Austritte aus dem Alltag. in S. Gramatzki (Hrsg.), Anarchie und Ästhetik (S. 37-53). Frank & Timme.

Juliane Werner / Norbert Bachleitner (Hrsg.) (Angenommen/Im Druck). Popular Music and the Poetics of Self in Fiction. Brill. Internationale Forschungen zur Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft

Juliane Werner / Norbert Bachleitner (Angenommen/Im Druck). Popular Music and the Poetics of Self in Fiction - Introduction. in Popular Music and the Poetics of Self in Fiction Brill. Internationale Forschungen zur Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft

Juliane Werner, Thomas Bernhard et Jean-Paul Sartre. in U. Weinmann, & D. Hornig (Hrsg.), Thomas Bernhard L’Herne.

2020

Juliane Werner / Norbert Bachleitner, Österreichische Periodika in französischer Sprache als Medien des Kulturtransfers (1750-1850). in N. Bachleitner (Hrsg.), Literary Translation, Reception, and Transfer : XXI. Congress of the ICLA - Proceedings (Band 2, S. 345-356). De Gruyter. https://doi.org/10.1515/9783110641998

Juliane Werner, Andrea Duranti and Matteo Tuveri, eds., Proceedings of the 18th Conference of the Simone de Beauvoir Society: Yesterday, Today and Tomorrow, Cambridge, Cambridge Scholars Publishing, 2017, 362 pages, ISBN 9781443812714. Simone de Beauvoir Studies, 31.

Juliane Werner, French Cultural Policy and the Transfer of Existentialism in Allied-Occupied Austria. in J. Werner, & A. Betschart (Hrsg.), Sartre and the International Impact of Existentialism (S. 197-212). Palgrave Macmillan.

Juliane Werner / Alfred Betschart (Hrsg.), Sartre and the International Impact of Existentialism. Palgrave Macmillan.

Juliane Werner, Thomas Bernhard’s Extinction: Variations/Variazioni/Variaciones. in O. Berwald, S. D. Dowden, & G. Thuswaldner (Hrsg.), Thomas Bernhard’s Afterlives (S. 207-232). Bloomsbury Academic.

2019

Juliane Werner, Fighting the ‘Freudian Farce’: Vladimir Nabokov’s Portrayal of America’s Post-War Infatuation with Psychoanalysis. in N. Bachleitner, A. Hölter, & J. A. McCarthy (Hrsg.), Taking Stock – Twenty-Five Years of Comparative Literary Research (S. 213-243). Brill. Internationale Forschungen zur Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft Band 200

Juliane Werner, “La Fin de Vienne était dans l'air". Das Wien der 1920er Jahre aus amerikanischer und französischer Sicht: William Carlos Williams und Emmanuel Bove. in M. Erian, & P-H. Kucher (Hrsg.), Exploration urbaner Räume - Wien 1918-38: (Alltags)kulturelle, künstlerische und literarische Vermessungen der Stadt der Zwischenkriegszeit (S. 255-270). V&R unipress.

2017

Juliane Werner, Sartre in Austria. Boycott, Scandals, and the Fight for Peace. Sartre Studies International, 23(2), 1-18.

Juliane Werner, Thomas Bernhard. Journalistisches. Reden. Interviews. Werke Bd. 22, Teilbd. 1: Frühe journalistische Arbeiten; Gerichtssaalberichte; Beiträge in Zeitschriften und Sammelbänden; Leserbriefe, Offene Briefe, Telegramme. Teilbd. 2: Reden; Interviews; Posthume Veröffentlichungen. Hrsg. von Wolfram Bayer, Martin Huber und Manfred Mittermayer. Berlin: Suhrkamp. 2015. 920 S., 568 S. Editionen in der Kritik: Editionswissenschaftliches Rezensionsorgan, 9, 372-379.

2016

Juliane Werner, Thomas Bernhard und Jean-Paul Sartre. Weidler. Internationale Forschungen zur Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft Band 193

ROBERT PROSSER
GEMMA HABIBI (Ullstein 2019) und PHANTOME (Ullstein 2017)

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Robert Prosser schlägt die Brücke von der Rezitation zum Roman und bietet Einblicke in die Recherchen, die seinen Büchern PHANTOME (Ullstein 2017) und GEMMA HABIBI (Ullstein 2019) zu Grunde liegen, und etwa nach Bosnien oder in die heimische Kampfsportszene geführt haben. Die frei vorgetragene, rhythmisierte Erzählung wird an diesem Nachmittag im Mittelpunkt stehen und sich besonders auf GEMMA HABIBI konzentrieren. Der Roman, den Kritiker als „große Erzählkunst“ ….. „mit langem Nachhall“, die „tanzt wie ein Schmetterling und sticht wie eine Biene“ bezeichneten, fängt einige Tage im Leben von Lorenz ein, einem jungen Mann, der für die Staatsmeisterschaft im Boxen trainiert. Der Boxclub wird dabei zu einem Abbild für die Herausforderungen, mit denen sich die Gesellschaft im Herbst 2015, am Höhepunkt der sogenannten "Flüchtlingskrise", konfrontiert sah. Ähnlich einem Kampf entsteht die Rezitation aus dem Moment, sie ist fluide, rasant und energiegeladen. Eine intensive Aufführung über Freundschaft, Engagement und Obsession - und über die Ausnahmeerfahrung, die nur im Ring möglich wird. (Robert Prosser, 2021)

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Robert Prosser  ©. Gerald von Foris

Der Autor, Herausgeber, Performance-Künstler und Kurator lebt heute in Alpbach, Tirol und Wien. Robert Prosser studierte Komparatistik sowie Kultur- und Sozialanthropologie. In den folgenden Jahren hielt er sich in Asien, der arabischen Welt und England auf. Sein erstes Buch „Strom” Ausufernde Prosa, erschien 2009. Zuletzt veröffentlichte er das Essay Journal „Beirut im Sommer” (2020) und den Roman „Gemma Habibi” (2019). Migration, politische Konflikte und deren Auswirkungen auf die Zivilgesellschaft in Zentraleuropa und dem nahen Osten gehören zu zentralen Themen in Prossers literarischem Werk. Dieses Jahr wurde er von Robert Menasse als Writer-in-Residence in die One World Foundation, Sri Lanka eingeladen. Robert Prosser erhielt zahlreiche Preise und Stipendien. Darunter der Priessnitz-Preis 2014, die Nominierung für den Deutschen Buchpreis 2017 und das Österreichische Projektstipendium für Literatur 2018/2019.

Einzelveröffentlichung

 

Beirut im Sommer. Journal, Essay. Klever 2020

 

Gemma Habibi, Roman. Ullstein 2019

 

Phantome, Roman. Ullstein 2017

 

Geister und Tattoos, Roman. Klever 2013

 

Feuerwerk, Prosa. Klever 2011

 

Strom, Ausufernde Prosa. Klever 2009

 

Theater / Performance / Libretto

 

Konter, UA: Europäisches Forum Alpbach, 2019

 

Maximilian (Libretto), Tiroler Festspiele Erl, 2019

 

Phantome, UA: BRUX Innsbruck, 2017

 

Dein Herz sei Stein, Mit Fabian Faltin. UA: BRUX Innsbruck, 2017

 

Die riesige Sonne, ein entfesseltes Pferd, UA: Europäisches Forum Alpbach, 2016

 

Malus, Mit Fabian Faltin. UA: hoerGEREDE / Elevate Festival Graz, 2013

 

Love Jihad, UA: Freies Theater Innsbruck, 2013

 

Als Herausgeber

 

Wo war’n wir? Ach ja: Junge Österreichische Lyrik. Gemeinsam mit Christoph Szalay, Limbus 2019

 

Lyrik von Jetzt 3: Babelsprech. Gemeinsam mit Max Czollek und Michael Fehr, Wallstein 2015

 

Als Kurator

 

Literaturfest Salzburg - Künstlerische Leitung, 2020 - 2021

 

Kombo Kosmopolit - Lesungsreihe in Kooperation mit Kultur Kontakt Austria und dem Literaturhaus Wien, 2016 - 2019

 

Babelsprech - Eine Plattform junger deutschsprachiger Lyrik, 2013 – 2018

Wir ersuchen Sie höflichst die aktuellen Covid-Schutz-Verordnungen zu beachten.

 

Bitte denken Sie an warme Kleidung, da wir uns zum Teil auch im Freien aufhalten werden.

Ein Shuttlebus zum Unkostenbeitrag von nur 5,- Euro bringt Sie direkt von Wien zum Krinzinger Lesehaus.

 

Abfahrt 14 Uhr Kursalon Hübner Rückseite / Johannesgasse 33, 1010 Wien

Rückfahrt gegen 20 Uhr

Eine Anmeldung ist erforderlich unter: krinzingerlesehaus@galerie-krinzinger.at

Anmeldung möglich bis 6. November 15 Uhr.