Magazine und Zeitungen

A fine collection of contemporary art magazines and newspapers from the 1950s onwards

 

Aktuell / Current

Samstag, 05. November 2022, 16:00 Uhr

MEINHARD RAUCHENSTEINER
 

TÖDLICHER PHILODENDRON, FLIEGENDE FERNSEHER. NEUE TEXTE ZU ALTEN PHÄNOMENEN

Am 5. November liest Meinhard Rauchensteiner Auszüge aus seinem 2023 erscheinenden Buch „Diverse Tode. Kleinigkeiten“. Dazu laden wir Sie sehr herzlich ein. Wie schon im Band „Gegenverkehr“ reicht die Bandbreite von Alltagsbeobachtungen bis hin zu seltsamen tödlichen Ereignissen. Mitunter kommt auch der Amtsschimmel zu Wort, den Rauchensteiner schon seit vielen Jahren füttert.

Meinhard Rauchensteiner, ©  Czernin Verlag / Ingo Pertramer 

Textauszug: Gehörige Bestie

Ein Tier sitzt in meinem Ohr, man weiß noch nicht genau welches.

Die Professoren beugen sich über mich, sie murmeln unverständlich und bohren ihre knorrigen Nasen in meinen Gehörgang. „Ein Löwe“, ruft einer aus, „es handelt sich zweifelsfrei um einen Löwen, panthera Leo!“ Die anderen Professoren lachen laut auf, sie johlen und schütteln hämisch ihre Bärte. „Herr Kollega“, sie gehören ins Kabarett, nicht auf die Ambulanz. Lassen sie uns das Phänomen nun wissenschaftlich betrachten.“ Und erneut beugen sie sich über mein Ohr, bis einer sagt: „Eine Libelle. Am ehesten wohl eine Libelle, insecta odonata.“ „Eine Libelle ohne Flügel, Herr Kollega? Ich zumindest sehe beim besten Willen keine. Dann doch eher eine Termite, insecta isoptera.“ Und genau in diesem Moment brüllt es aus meinem Ohr heraus, dass die Professoren sich wie flüchtende Hyänen zerstreuen. Zurück bleibe ich, auf dem Untersuchungsstuhl, mit meinem Tier im Ohr.

MEINHARD RAUCHENSTEINER

Meinhard Rauchensteiner, 1970 in Wien geboren, Schriftsteller, Filmemacher, Ministerialrat. 

Studium der Philosophie, leitet heute die Abteilung für Wissenschaft, Kunst und Kultur in der Österreichischen Präsidentschaftskanzlei.

 

Von 2015-2017 nebenberuflich Lektor an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Bücher: „Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Couch“, „Wie man einen Picasso zersägt“, „Das kleine ABC des Staatsbesuches“, „Gegenverkehr. Miniaturen“. Filme: „und du hast nie etwas gesehen“ (gemeinsam mit Nives Widauer), „Herbst“, „Mk.10,25“, „Papa Roma“, „Der antifaschistische Zoo“. 2023 erscheint sein neues Buch „Diverse Tode“ im Czernin Verlag.

BUS-SHUTTLE

Am Samstag, den 05. November fährt um 14:30 Uhr ein BUS-SHUTTLE von der Johannesgasse 33 (Rückseite Kursalon Hübner im Stadtpark) zum Lesehaus in Untermarkersdorf. 

Die Rückfahrt nach Wien erfolgt gegen 19:00 Uhr. 

Der Unkostenbeitrag für den Bus beträgt pro Person 10,- und ist in bar vor Ort zu entrichten. 

Eine Anmeldung ist bis 05. November um 11 Uhr per Telefon: 0660 5738736, oder per Mail unter: krinzingerlesehaus@galerie-krinzinger.at erwünscht. 

DAS KRINZINGER LESEHAUS

Ein Inspirationsort im Weinviertel

Das Krinzinger Lesehaus im Weinviertel ist ein von der Galerie Krinzinger (Wien) bespielter Ort, in dem Lesungen, Diskussionen und Ausstellungen stattfinden. Dazu werden bedeutende Kunstschaffende, Publizist*innen, Museumsfachleute, Literat*innen, Wissenschaftler*innen und Publikum eingeladen, sich im kleinen aber feinen Rahmen des ehemaligen Weinhauses, intensiv mit den Themen Kunst und Wissenschaft zu beschäftigen.

krinzinger lesehaus unztermarkersdorf 20

Die Idee zum Umbau des kleinen Presshauses in der Kellergasse, das zum Lesehaus wurde, ist Dr. Ursula Krinzinger im Gespräch mit Elisabeth Samsonow gekommen. Von Samsonow lebt seit 20 Jahren in Hadres und Untermarkersdorf. Sie konnte die niederösterreichischen Ortschaften langsam in eine Art Kulturlandschaft verwandeln.


Dr. Krinzinger ist seit den 1970er Jahren als Galeristin aktiv. Zu dieser Zeit waren Kunstmagazine die einzige Informationsquelle zu internationalem Kunstmarkt und Kultur-Geschehen.


Zeitschriften waren rar. Sie wurden zunächst gesammelt und gelagert. Der Bestand wird nun sukzessive in ein offenes Haus überführt, systematisch erfasst und zugänglich gemacht. Die Bibliothek bietet hoch interessante Einblicke in aktuelle und historische Magazine.


Wir freuen uns über den Besuch von Museen-Teams, Galerien, Künstler*innen, Kunstwissenschaftler*innen und natürlich Kunstbegeisterten, die hier der Kunstgeschichte von sechs Jahrzehnten mit Material aus erster Hand nachgehen können.


Das Krinzinger Lesehaus ist eine Präsenzbibliothek. Zeitschriften werden nicht entliehen.


Ein bis zwei Mal im Monat werden Künstler*innen, Kurator*innen und Schriftsteller*innen zu Lesungen, Performances, Vorträgen und Diskussionen eingeladen.

DIE BIBLIOTHEK IM KRINZINGER LESEHAUS

In der Bibliothekt des Krinzinger Lesehauses befinden sich ca. 5000 unterschiedliche Magazine in 16 verschiedenen Sprachen.

Zu den umfangreichsten unserer ca. 550 Serien gehören Artforum, Art, Art in America, Flashart und Kunstforum.

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